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Ratgeber & Wissen

Mischpost, Großbriefe und Einschreiben frankieren

Für Mischpost wählen Sie das Postprodukt nach Inhalt, Ziel, Maßen und Gewicht der fertigen Sendung. Direkt bedrucken lässt sich ein Umschlag nur, wenn auch Material, Format und Dicke zu Ihrer Frankiermaschine und den verwendeten Zusatzmodulen passen; andernfalls kommt ein geeigneter Frankierstreifen infrage. Einschreiben, Auslandspost und DIALOGPOST können darüber hinaus eigene Kennzeichnungen, Einlieferungswege oder Nachweise erfordern – diese Aufgaben erledigt die Portoeinstellung allein nicht.

Weiße und braune Umschläge unterschiedlicher Größe stehen in der Zuführung einer PostBase One.

Großbrief und Maxibrief: zulässige Sendung, passender Druckweg

„Großbrief“ und „Maxibrief“ bezeichnen postalische Produkte. Ob Ihre Maschine den Umschlag direkt bedrucken kann, ist eine andere Frage. Für den Versand innerhalb Deutschlands gelten bis zum 31. Dezember 2026 folgende reguläre Grenzen:

  • Großbrief 100–353 mm Länge, 70–250 mm Breite, höchstens 20 mm Dicke und 500 g Gewicht.
  • Maxibrief 100–353 mm Länge, 70–250 mm Breite, höchstens 50 mm Dicke und 1.000 g Gewicht.

Die Werte beziehen sich auf die vollständige Sendung einschließlich Umschlag und Anlagen. Auch quadratische Formate sind möglich. Sonderregelungen für größere oder schwerere Maxibriefe sind gesondert zu prüfen; die Produktinformationen der Deutschen Post führen zu den jeweiligen Versandbedingungen.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied zur Maschinengrenze: Eine rechteckige Dokumentensendung von 229 × 324 mm, 15 mm Dicke und 400 g liegt innerhalb der nationalen Großbriefgrenzen. Für den direkten Druck mit einer PostBase Fusion ist sie dennoch zu dick: Das Fusion-Handbuch, Seite 205, nennt höchstens 10 mm ohne Schließfunktion. Bei einer entsprechend ausgestatteten Fusion lässt sich die Sendung stattdessen über ein Frankieretikett frankieren. Die PostBase One erlaubt ohne Schließfunktion bis zu 20 mm; ihre Material- und Zuführbedingungen müssen ebenfalls erfüllt sein. Die größere Durchlasshöhe allein genügt deshalb nicht als Freigabe für jeden Umschlag.

Zum 1. Januar 2027 hat die Deutsche Post Änderungen der nationalen und internationalen Briefformate angekündigt. Prüfen Sie für Sendungen ab diesem Datum die neuen Produktgrenzen und die Tarifdaten Ihrer Maschine. Die oben genannten Werte gelten für 2026.

Material, Schließfunktion und Frankierstreifen

Auch ein dünner Umschlag kann für den direkten Druck ungeeignet sein. Die Fusion verlangt tintensaugfähiges Material und schließt unter anderem Luftpolstermaterial, Wellpappe und Hochglanz auf der Druckseite aus. Entscheidend ist also nicht nur, ob der Brief in die Anlage passt, sondern ob Transport und lesbarer Abdruck möglich sind. Für andere Geräte gilt deren eigene Frankiergutspezifikation.

Bei Zusatzmodulen kommen weitere Bedingungen hinzu. Der Fusion-Feeder darf Briefe mit eingeschalteter Schließfunktion nur bis 7 mm Dicke verarbeiten. Die Lasche muss an der Längsseite liegen und für maschinelles Schließen geeignet sein. Ein 9 mm dicker Umschlag kann daher innerhalb der Frankiergrenze liegen, aber zu dick für diesen Schließvorgang sein: Verschließen Sie ihn vorher und verarbeiten Sie ihn ohne Schließfunktion, sofern er die übrigen Vorgaben erfüllt. Formatgrenzen können sich ebenfalls unterscheiden: Das Fusion-Handbuch nennt für die Handanlage mindestens 89 × 127 mm, mit Feeder mindestens 100 × 148 mm, jeweils Höhe × Breite. Die Spezifikationen auf den Seiten 205–206 gehören deshalb zusammen.

Ein Frankierstreifen löst das Druckproblem bei zu dicken oder ungeeignet beschaffenen Umschlägen. Verwenden Sie selbstklebende Frankieretiketten, die für Ihr Modell und dessen Druckweg vorgesehen sind. Bei der Fusion erfolgt der Streifendruck über den eingebauten Etikettengeber, sofern dieser vorhanden ist; seine Ausstattung ist modellabhängig. Die Anleitung nennt ausdrücklich Frankieretiketten für PostBase Fusion. Die Zuordnung von Material und Gerät erläutert der Ratgeber Frankieretiketten und Zubehör passend bestellen.

Ordnen Sie jeden bedruckten Streifen der zugehörigen Sendung zu und kleben Sie ihn fest oben rechts in die Frankierzone. Der Abdruck muss vollständig und eindeutig lesbar sein; dazu gelten die Vorgaben der Deutschen Post zur Druckqualität. Ein Etikett ändert die postalische Zulässigkeit nicht. Überschreitet die Sendung die Grenzen des gewählten Produkts oder ist ihr Inhalt dafür nicht erlaubt, brauchen Sie ein anderes Versandprodukt mit dessen eigenem Ablauf.

Mischpost nach Versandprodukt und Wiegefunktion bearbeiten

Ein gemeinsamer Postkorb ist noch kein gemeinsamer Frankierlauf. Trennen Sie zunächst Sendungen mit abweichendem Versandziel oder Zusatzleistungen sowie Umschläge für den Streifendruck. Innerhalb einer passenden Gruppe entscheidet die vorhandene Wiegetechnik, wie Sie wechselnde Gewichte bearbeiten. Eine automatische Zuführung nimmt Ihnen das einzelne Anlegen ab; sie ermittelt für sich genommen kein neues Gewicht. Ohne dynamische Waage wiegen Sie die Sendungen einzeln oder nutzen ein vom Gerät unterstütztes Differenzwiegen. Dabei wird das Gewicht eines entnommenen Briefs aus der Gewichtsänderung auf dem Wiegeteller bestimmt.

Eine dynamische Waage ermittelt Sendungsdaten während des Transports. Bei der PostBase One erfasst sie Format und Gewicht, ist auf höchstens 1 kg ausgelegt und muss für das gewählte Produkt verfügbar und aktiviert sein. Fehlt diese Unterstützung, kann das Modul lediglich als Transportweg dienen. Die One-Anleitung, Seiten 41–42, beschreibt diese Grenze ausdrücklich. Diese Werte gelten für die One; bei anderen Systemen sind die Angaben des jeweiligen Wiege- und Zuführmoduls maßgeblich.

Auch beim dynamischen Wiegen wählen Sie Versandziel und Zusatzleistung selbst. Die Waage erkennt weder den Inhalt noch den Bedarf an einem Einschreiben. Ein gemeinsamer Lauf setzt deshalb passende Produkteinstellungen und maschinengängige Sendungen voraus. Die Übersicht zu Wiegefunktionen und Ausstattung hilft beim Einordnen Ihrer Konfiguration; die Kontrolle nach einem Einstellungswechsel gehört zur täglichen Bedienung.

Einschreiben: Kennzeichnung und Nachweise vorbereiten

Legen Sie zuerst fest, welche Zustellform gebraucht wird. Beim EINSCHREIBEN EINWURF dokumentiert die Zustellkraft den Einwurf; beim EINSCHREIBEN wird gegen Unterschrift übergeben. Mit der Zusatzleistung Rückschein erhalten Sie eine schriftliche Zustellbestätigung. Die Deutsche Post erläutert die Varianten. Format und Gewicht richten sich weiterhin nach dem Basisprodukt, etwa Großbrief. Für Bargeld und Wertgegenstände gelten besondere Bedingungen; EINSCHREIBEN Wert benötigt einen gesonderten Schalterablauf.

Zur Frankierung gehört die richtige Sendungskennzeichnung. Unterstützt Ihr Gerät den Druck für Briefzusatzleistungen, kurz BZL, kann es den Einschreiben-Barcode mitdrucken; ein weiterer 1D-Barcodeaufkleber entfällt dann. Prüfen Sie, ob diese Funktion aktiviert ist. Bei der Fusion beschreibt das Handbuch auf den Seiten 84–86 die Einstellung. Die FRANKIT-Handhabung der Deutschen Post bestätigt den modellabhängigen Barcode-Druck.

Ohne integrierte Sendungskennzeichnung benötigen Sie ein passendes Einschreibenlabel. Wenn die Maschine bereits Briefporto und Zusatzentgelt frankiert, verwenden Sie dafür ein Label ohne Wert. Eine vorbezahlte Einschreibenmarke enthält das Zusatzentgelt bereits; dieses darf nicht nochmals berechnet werden. Die Unterschiede erklärt die Einschreiben-FAQ.

Planen Sie die Einlieferung so, dass Sie den benötigten Beleg erhalten. Für einen bestätigten Einlieferungsnachweis geben Sie die Sendungen in einer Filiale oder Großannahmestelle ab. Verlassen Sie sich bei maschinell frankierten Einschreiben nicht auf den allgemeinen Hinweis zur Briefkasteneinlieferung: Die FRANKIT-Einlieferungsregeln sehen diese Möglichkeit ausdrücklich für Briefe ohne Zusatzleistungen vor. Ordnen Sie Sendungsnummer, Einlieferungsbeleg und späteren Zustellnachweis dem Geschäftsvorgang zu. Der Frankierabdruck allein dokumentiert keine Übergabe an die Post.

Auslandspost nach Inhalt und Zielland einordnen

Für den gewöhnlichen Briefversand ins Ausland sind Dokumente vorgesehen. Ein Warenmuster bleibt dagegen eine Ware, auch wenn es in einen flachen Umschlag passt. Das Preisblatt Brief International 2026 grenzt beide Versandwege ausdrücklich voneinander ab. Wählen Sie für Waren ein geeignetes Warenversandprodukt und klären Sie dessen Kennzeichnung sowie gegebenenfalls Zolldokumente. Ein auswählbarer Auslandstarif an der Maschine bestätigt nicht, dass der konkrete Inhalt zugelassen ist; ein Frankierstreifen ersetzt auch kein erforderliches Versandlabel.

Bei Dokumenten prüfen Sie die internationalen Format- und Gewichtsgrenzen sowie die aktuellen Länderinformationen der Deutschen Post. Übernehmen Sie Inlandsvorgaben nicht ungeprüft. Benötigen Sie einen Zustellnachweis, gelten die Bedingungen für Einschreiben International: Die Verfügbarkeit zusätzlicher Leistungen hängt vom Zielland ab. Nationale Einschreibenlabel sind dafür nicht verwendbar. Laut Einschreiben-FAQ wird EINSCHREIBEN EINWURF international nicht angeboten; beim internationalen Rückschein ist weiterhin ein Rückscheinformular auf der Sendung erforderlich. Klären Sie diese Vorbereitung vor dem Frankieren.

Aktionspost und DIALOGPOST getrennt vorbereiten

Eine größere Aussendung kann als gewöhnliche Briefpost versendet werden. DIALOGPOST kommt für adressierte Werbung infrage; Rechnungen und Mahnungen gehören nicht dazu. Die regulären Mindestmengen betragen 5.000 Sendungen bundesweit oder 200 Sendungen in einer Leitregion. Für 500 bis 4.999 Sendungen ist DIALOGPOST EASY mit Zuschlag vorgesehen; auch Aufzahlungen auf Mindestmengen sind möglich. Die Produktbedingungen der Deutschen Post entscheiden über den Zugang, nicht die Anzahl gleich aussehender Umschläge allein.

Bereiten Sie DIALOGPOST als eigenen Auftrag vor. Neben werblichem Inhalt sind die Vorgaben zu Format, Gewicht, Automationsfähigkeit und einheitlichem Sendungsaufbau zu berücksichtigen. Sortieren Sie nach Postleitzahl und organisieren Sie die Einlieferungsliste; ab 5.000 Sendungen ist eine Vorankündigung erforderlich. Die DIALOGPOST-FAQ und die Produktseite erläutern die Einzelheiten. Dass Ihre Frankiermaschine den Stapel verarbeiten kann, sagt noch nichts über die maschinelle Bearbeitbarkeit bei der Post aus.

Bei unterstütztem DIALOGPOST-Produkt können Sie mit der Frankiermaschine frankieren. Zur Einlieferung verlangt die Deutsche Post einen Testdruck als Mustersendung; er gehört zu den Einlieferungsunterlagen und darf nicht als frankierte Ausgangssendung verschickt werden. Planen Sie die Laufzeit passend zur Aktion. Wie Sie solche Aussendungen organisatorisch von der Tagespost trennen, erläutert der Ratgeber Einzelpost und Serienläufe organisieren.

Betriebsanleitung für Ihr System auswählen

Gleichen Sie Ihre typischen Sendungen mit den Materialgrenzen der Frankiermaschine und ihrer Zuführ-, Schließ- und Wiegemodule ab. In der FP-Übersicht finden Sie die Anleitung für Ihr Modell und den vorgesehenen Streifendruck.

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